#haveatalk

Molina Gold
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Im Juni habe ich Anahita Sadighi getroffen. Eine Berliner Powerfrau mit persischen Wurzeln, welche mit so viel Leidenschaft und Energie zwei eigene Galerien führt. Dahinter steckt jede Menge Arbeit, Ehrgeiz und auch Mut, wie uns die jüngste Galeristin Deutschlands erzählt. Aufgewachsen in einem kreativen Umfeld mit viel Kunst in Berlin Charlottenburg, feiert die Tochter zweier Iraner diesen Monat vierjähriges Jubiläum. Dabei wollte sie ursprünglich Pianistin werden. Doch bei aller Liebe zur Musik, konnte sie sich nicht für die Branche und den dazugehörigen Arbeitsalltag entscheiden. So kam es, dass durch ihr Studium an der „School of Oriental and African Studies“ in London ihre Leidenschaft für Kunst entflammte.

Es ist nicht zu übersehen, dass sie hier ihren Herzensweg gefunden hat. Sie entschied für sich dann schnell, volles Risiko zu gehen und ihre erste eigene Galerie zu eröffnen: “Anahita – Arts of Asia” für alte fernöstliche Antiquitäten. http://www.anahita-arts-of-asia.com Sie wusste von Anfang an, dass sie alles, auf Tradition fußend, aber doch ganz anders gestalten würde: Anderer Name, eigener Stil, neues Programm. So steht sie wortwörtlich mit ihrem Namen für ihr Konzept ein. Der Name hat nämlich eine besondere Bedeutung: Anahita ist eine altpersische Göttin – die einzig Weibliche im altpersischen Götterpantheon wohlgemerkt. Sie ist die Göttin der Reinheit, der Fruchtbarkeit, des Wassers. Mit dieser Symbolik als Kraftquelle, eröffnete sie schnell ihre zweite Galerie, “Anahita Contemporary” für zeitgenössische Strömungen. 

Diese Verbindung zwischen Tradition und Moderne, für welche sie wie eine Übersetzerin fugiert, ist in der Berliner Kunstszene neu. Anahita erzählt darüber, dass es als persische junge Frau gleich dreifach schwer ist, eine Galerie zu führen und umso mehr Expertise gezeigt werden muss. Doch Anahita hat eine Vision, welche sie voller Selbstvertrauen und Zielstrebigkeit verfolgt. Weltgewandt, fokussiert und: Erfolgreich. Neben Vernissagen veranstaltet sie in ihrer Galerie regelmäßig Pop-up-Dinner, Kunstsalons und Teezeremonien, die sich gezielt an eine jüngere Generation richten. Ihre Persian Poetry Nights beispielsweise sind ein beliebtes Format, welches auch die weibliche Stimme stärken soll.

Denn Anahita selbst geht ihren Weg ganz bewusst als Frau, sie ist absolute Verfechterin weiblicher Solidarität und unterstützt ganz bewusst junge Künstlerinnen: Aktuell hat sie ganz frisch die Ausstellung „a room of her own“ eröffnen, eine kleine Revolution in der Kunstszene. Im Zeitgenössischen einen Akzent gesetzt, ist das Weibliche auch in ihrer Galerie für Antikes, welche auch als Kunsthandel gesehen werden kann, stark vertreten. Die nomadische Kunst der Teppichknüpferei ist ausschließlich eine Kunst der Frauen. Das möchte sie in die Welt hinaustragen.“ Und das tut sie, auch über Social Media, ebenfalls ein neuer Gedanke für Galerien. Zudem vertreibt sie nicht nur High-End-Stücke, auch unter 500€ wird man bei ihr fündig.

Darüber hinaus hat sie mit einer Freundin die App „Artlokator“ gegründet, welche Kunstliebhaber in Berlin vernetzen und Preistransparenz in den Antiquitätenhandel bringen soll. http://www.artlokator.com Man könnte jetzt ewig weiter erzählen, doch am Besten lassen wir sie es selbst tun. Getroffen haben wir uns in Berlin in ihrer Galerie, wo wir umrahmt von Kunst über die persische Kultur, Kunst an sich, das Leben und die Haltung im Leben gesprochen haben. Denn gerade mit ihrer Haltung beeindruckt Anahita. Sie weiß was sie will, kennt ihren Wert und tritt beeindruckend selbstbewusst als Frau auf, gleichzeitig ist sie aber absolut auf dem Boden geblieben und hat sich ihr Standing durch viel Fleiß und Arbeit aufgebaut. Ich bin Molina und wünsche Euch viel Spaß bei #haveatalk mit Anahita.

-> Hier geht es zu Anahita Arts of Asia: Webseite Arts of Asia

-> Hier geht es zu Anahita Contemporary: Webseite Contemporary 

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